Wie verbinde ich mehrere Mikrofone mit meinem Computer?

Ob du einen Podcast mit mehreren Sprechern aufnimmst, eine Band dokumentierst, live streamst oder ein größeres Online-Meeting moderierst, die Frage bleibt oft gleich: Wie verbinde ich mehrere Mikrofone mit meinem Computer, ohne Klangqualität oder Stabilität zu opfern? Viele Anfänger stoßen auf die gleichen Probleme. Mikrofone sind zu leise oder übersteuern. Es gibt Latenz beim Monitoring. USB-Mikros stoßen an die Grenzen der Anzahl. Phantomspannung fehlt für Kondensatormikrofone. Treiber und Sample-Rates passen nicht zusammen.

In typischen Situationen musst du Sprecher synchron aufnehmen. Du willst jeder Stimme individuell anpassen. Bei Bands kommen unterschiedliche Pegel und Instrumentenanschlüsse dazu. Bei Online-Meetings soll alles stabil laufen und Teilnehmer sollen klar verstehen, was gesagt wird. All das erfordert Kenntnisse zu Anschlüssen, Vorverstärkern, Mixer-Routing und Software-Einstellungen.

In diesem Ratgeber zeige ich dir praktikable Wege. Du lernst die Vor- und Nachteile von USB-Mikros, Audio-Interfaces und Mischpulten. Du erfährst, wie du Mikrofone richtig verkabelst, wie Phantomspannung und Gain funktionieren und wie du Treiber und DAW so einstellst, dass mehrere Eingänge sauber aufgenommen werden. Am Ende weißt du, welche Hardware für dein Projekt passt. Du kannst mehrere Mikrofone anschließen, konfigurieren, überwachen und Probleme gezielt beheben. So bekommst du klare Aufnahmen und stabile Live-Sessions.

Praktische Wege, mehrere Mikrofone an den Computer anzuschließen

Es gibt mehrere praktikable Ansätze, um mehr als ein Mikrofon an deinen Computer anzuschließen. Die richtige Methode hängt von der Anzahl der Kanäle, dem Budget und den Anforderungen an Latenz und Klangqualität ab. Hier erkläre ich die gängigen Optionen. Ich nenne Vor- und Nachteile. Ich gebe konkrete Praxis-Tipps zur Einrichtung und Fehlerbehebung.

Methoden im Überblick und Praxistipps

USB-Mikrofone sind einfach in der Nutzung. Sie tauchen als einzelne Audio-Interfaces im System auf. Vorteil ist die Plug-and-Play-Fähigkeit. Nachteil ist, dass mehrere einzelne USB-Mikros sich nicht immer sauber kombinieren lassen. Auf Windows entstehen oft Treiberkonflikte oder unterschiedliche Clock-Raten. Tipp: Verwende direkte USB-Ports am Rechner. Vermeide billige Hubs. Für mehrere Sprecher ist ein USB-Mikro pro Person nur bis zu zwei oder drei Geräte praktikabel.

Audio-Interfaces mit mehreren Eingängen sind die zuverlässigste Lösung für mehrere Mikrofone. Beispiele sind Focusrite Scarlett 18i8 oder Behringer UMC404HD. Sie bieten mehrere Mikrofonvorverstärker, stabile Treiber und niedrige Latenz. Tipp: Achte auf verfügbare Vorverstärker und ob Phantomspannung (+48V) vorhanden ist. Verbinde die Interface-Eingänge direkt mit XLR-Kabeln.

Analoge Mischpulte wie das Yamaha MG10XU eignen sich, wenn du direkt mischen willst. Sie sind gut für Live-Anwendungen. Für Mehrspur-Aufnahme musst du prüfen, ob ein Multitrack-USB-Ausgang vorhanden ist. Tipp: Nutze das Mischpult für Live-Monitoring und ein Interface für Mehrspuraufnahme, falls nötig.

Digitale Mixer / USB-Mixer kombinieren viele Kanäle mit Mehrspur-USB-Ausgabe. Sie sind praktisch für Live-Streams und kleinere Bands. Achte darauf, dass der Mixer als mehrkanaliges Interface erkannt wird. Vorteil ist flexibles Routing. Nachteil ist oft höhere Komplexität.

ADAT/optische Erweiterungen erlauben es, Interfaces zu erweitern. Ein Beispiel-Setup: Focusrite Scarlett 18i8 plus Behringer ADA8200 als Vorverstärker-Expander über ADAT. Tipp: Stelle sicher, dass beide Geräte die gleiche Sample-Rate verwenden. ADAT ist sinnvoll, wenn du viele analoge Inputs brauchst, ohne ein größeres Interface zu kaufen.

Aggregate- und Treiber-Lösungen helfen, mehrere Geräte am Rechner zu kombinieren. Auf macOS kannst du ein Aggregate Device in Audio-MIDI-Setup erstellen. Das fasst mehrere USB-Interfaces zu einem Gerät zusammen. Auf Windows kann ASIO4ALL helfen, mehrere Treiber zu nutzen. Beide Lösungen können allerdings Latenz und Clock-Probleme erzeugen. Tipp: Teste Puffergrößen und Sample-Rates. Synchronisiere wenn möglich an einem Master-Clock.

Portable Recorder wie der Zoom H6 bieten mehrere XLR-Eingänge und Aufnahme ohne Computer. Du kannst die Spuren später in der DAW importieren. Tipp: Nutze den H6 für Außenaufnahmen oder als Backup-Recorder. Einige Recorder können auch als USB-Interface fungieren.

Methode Vorteile Nachteile Typische Szenarien Anschlussarten Kostenklasse
USB-Mikrofone Einfach, kein zusätzliches Interface nötig Schwer zu kombinieren, Treiber- und Clock-Probleme Einzelne Sprecher, einfache Podcasts USB-A / USB-C direkt an PC Niedrig
Audio-Interface (mehrere Eingänge) Stabile Treiber, niedrige Latenz, gute Preamps Höhere Anschaffungskosten Podcast mit mehreren Sprechern, Studioaufnahmen XLR, TRS, USB/Thunderbolt Mittel bis Hoch
Analoge Mischpulte (z. B. Yamaha MG10XU) Gutes Live-Routing, direktes Monitoring Nicht immer Mehrspur-USB, größerer Platzbedarf Live-Benutzung, Veranstaltungen XLR, TRS, USB bei einigen Modellen Mittel
Digitale/USB-Mixer Viele Kanäle mit Mehrspur-Output Komplexere Bedienung Live-Streaming, Bands XLR, USB, MIDI Mittel bis Hoch
ADAT / Optische Erweiterung (z. B. mit Focusrite Scarlett 18i8) Skalierbar, viele Eingänge möglich Zusätzliche Hardware nötig, Sample-Rate-Limit Große Bands, Studios mit vielen Mikrofonen ADAT (optisch), S/PDIF Mittel
Aggregate Device / ASIO4ALL Nutze mehrere Geräte gleichzeitig Clock- und Latenzprobleme möglich Wenn kein großes Interface verfügbar ist Software-basiert, nutzt vorhandene USB-Ports Niedrig
Portable Recorder (z. B. Zoom H6) Mobiles Recording, Backup-Option Begrenzte Live-Integration, evtl. geringere Preamps Außenaufnahmen, Interviews, Live-Fallback XLR, TRS, USB (bei einigen als Interface) Niedrig bis Mittel

Zusammenfassend ist ein Audio-Interface mit mehreren Eingängen meist die beste Balance aus Qualität und Zuverlässigkeit. Für größere Setups ergänzen ADAT-Expander die Eingänge. Aggregate- oder Treiberlösungen sind nützlich, wenn du kurzfristig mehrere Geräte kombinieren musst. Wähle nach Kanalbedarf, Budget und gewünschter Flexibilität.

Welche Anschlusslösung passt zu dir?

Nicht jede Lösung ist für alle Anwender gleich gut. Entscheidend sind Anzahl der Mikrofone, Budget, Mobilität und wie viel Zeit du in Einrichtung investieren willst. Ich beschreibe die typischen Nutzergruppen und empfehle praktikable Hardwareklassen. So findest du schneller das passende Setup.

Einsteiger und Podcaster mit kleinem Budget

Wenn du gerade anfängst, sind einfache USB-Mikrofone oder ein günstiges Audio-Interface sinnvoll. USB-Mikros sind sehr einfach. Du steckst sie an und kannst aufnehmen. Der Nachteil ist die begrenzte Anzahl. Ein günstiges Interface wie das Behringer UMC404HD bringt mehrere XLR-Eingänge und ordentliche Preamps. Das ist preiswert und liefert bessere Kontrolle über Gain und Monitoring. Portabilität ist meist gut. Der Einrichtungsaufwand bleibt gering. Für reine Interview-Situationen ist ein Zoom H6 als Recorder eine Alternative. Du kannst mobil aufnehmen und später die Spuren bearbeiten.

Semi-professionelle Musiker und Bands

Bei mehr als zwei bis vier Quellen sind Interfaces mit mehreren Eingängen oder ADAT-Setups die beste Wahl. Ein Focusrite Scarlett 18i8 plus ADAT-Expander ermöglicht viele Mikrofonkanäle ohne Kompromisse bei Latenz. Du brauchst robuste XLR-Verbindungen und Phantomspannung für Kondensatormikrofone. Budget ist höher. Aufbau und Routing sind komplexer. Dafür bekommst du bessere Preamps und zuverlässige Treiber. Portabilität leidet etwas, ist aber durch Racklösungen noch praktikabel.

Live-Streamer

Streams profitieren von Mischpulten mit Multitrack-USB oder digitalen Mischern mit Loopback-Funktion. Ein USB-Mixer mit Mehrspur-Output macht Monitoring und Szenenwechsel einfach. Achte auf geringe Latenz und einfache Integration in deine Streaming-Software. Bedienungsaufwand variiert. Einfache Setups sind schnell bedienbar. Komplexere digitale Mixer bieten mehr Flexibilität, erfordern aber Einarbeitung.

Event-Techniker

Für Veranstaltungen sind analoge oder digitale Konsolen mit Stageboxen und Multicore-Snakes üblich. Digitale Mixer bieten Szenenverwaltung und Netzwerk-Audio. Redundanz ist wichtig. Hardware muss zuverlässig und servicefreundlich sein. Portabilität spielt eine untergeordnete Rolle gegenüber Stabilität und Skalierbarkeit. Budget ist meist höher. Bediener brauchen Fachwissen für Routing und Monitoring.

Home-Studio mit Anspruch an Latenz und Qualität

Wenn du niedrige Latenz und exzellente Klangqualität willst, sind hochwertige Interfaces mit stabilen ASIO- oder Core-Audio-Treibern die richtige Wahl. Thunderbolt-Interfaces bieten besonders niedrige Latenz. ADAT-Erweiterung erlaubt späteres Wachsen. Bedienungsaufwand ist moderat. Du investierst in bessere Preamps und in die richtige Software-Konfiguration. Das zahlt sich in saubereren Aufnahmen aus.

Kurz: Wähle nach Kanalanzahl, Mobilität, Budget und Bedienkomfort. Einsteiger starten mit USB-Mikros oder günstigen Interfaces. Bands und Studios setzen auf Multi-Eingangs-Interfaces und ADAT. Streamer bevorzugen USB-Mixer mit Loopback. Event-Techniker nutzen robuste Konsolen und Stageboxen. So sparst du Zeit beim Einrichten und erreichst die gewünschte Audioqualität.

Entscheidungshilfe: Welche Lösung passt zu deinem Setup?

Bevor du Geld ausgibst, kläre ein paar Kernfragen. Sie helfen dir, die richtige Hardware und Software zu wählen. Achte auf Anzahl der Mikrofone, Arbeitsumgebung und Erwartungen an Qualität und Latenz. So vermeidest du Fehlkäufe und spätere Frustration.

Leitfragen

Wie viele Mikrofone willst du gleichzeitig nutzen? Wenn es nur ein oder zwei sind, reicht oft ein oder zwei USB-Mikrofone oder ein kleines Interface. Ab drei bis vier Kanälen lohnt sich ein mehrkanaliges Audio-Interface oder ein Mixer. Bei acht oder mehr Kanälen solltest du an ADAT-Expansion oder digitale Mixer denken.

Geht es um Live-Betrieb oder Mehrspur-Aufnahme? Für Live-Streaming sind USB-Mixer mit Loopback praktisch. Für Mehrspur-Studioaufnahmen brauchst du ein Interface mit mehreren separaten Eingängen und stabilen Treibern.

Wie wichtig sind Portabilität und Budget? Mobile Recorder wie der Zoom H6 sind ideal für Außenaufnahmen. Wenn Budget knapp ist, bieten günstige Interfaces viel Leistung fürs Geld. Größere, rackfähige Lösungen kosten mehr und sind weniger mobil.

Typische Unsicherheiten

Treiber können den Unterschied machen. Unter Windows sind ASIO-Treiber wichtig für niedrige Latenz. macOS nutzt Core Audio und bietet das Aggregate Device. Drittsoftware wie ASIO4ALL kann helfen, aber bringt oft Sync-Probleme.

Latenz beeinflusst Monitoring und Live-Performance. Thunderbolt- oder moderne USB-Interfaces liefern meist die geringste Latenz. Erhöhe die Puffergröße nur bei Stabilitätsproblemen.

Phantomspannung brauchst du für Kondensatormikrofone. Prüfe, ob dein Interface oder Mixer +48V liefert. Bei Expander-Geräten muss die Phantomspannung an den Vorverstärkern anliegen.

Synchronisation ist relevant bei mehreren digitalen Geräten. Nutze Word Clock oder ADAT, wenn möglich. Aggregate-Lösungen können asynchrone Clock-Raten erzeugen.

Praxisorientiertes Fazit

Wenn du unsicher bist, starte mit einem soliden Audio-Interface mit 4 Eingängen. Das ist flexibel, kostet nicht zu viel und skaliert mit ADAT-Expandern. Für reine Mobil-Projekte nimm einen Recorder. Für Live-Streams schaue nach Mixern mit Loopback. Teste die Treiber und die Latenzeinstellungen, bevor du ein größeres System kaufst. So findest du eine praktikable, später erweiterbare Lösung.

Typische Anwendungsfälle für mehrere Mikrofone

Mehrere Mikrofone an einem Computer zu betreiben kommt in vielen Situationen vor. Jedes Szenario hat eigene technische Herausforderungen. Ich beschreibe konkrete Fälle. Dabei nenne ich die notwendige Ausrüstung und gebe praktische Tipps. So weißt du, worauf du achten musst, bevor du Kabel ziehst.

Podcast mit mehreren Hosts

Bei Podcasts mit zwei oder mehr Hosts brauchst du für jede Stimme einen eigenen Kanal. Das vereinfacht die Nachbearbeitung. Typische Ausrüstung sind ein Audio-Interface mit mehreren XLR-Eingängen oder ein kleines Mischpult mit Mehrspur-USB. Achte auf Phantomspannung, wenn du Kondensatormikrofone verwendest. Nutze Direct Monitoring, um Latenz im Live-Gespräch zu vermeiden. Weise in der DAW jedem Mikrofon einen klar benannten Kanal zu. Tipp: Lege feste Gain-Einstellungen fest. So vermeidest du starkes Rauschen oder Übersteuerung.

Live-Band-Mehrspuraufnahme

Für Bands brauchst du viele Eingänge. Bass, Schlagzeug, Gesang und Gitarren benötigen eigene Vorverstärker. Hier sind Interfaces mit ADAT oder größere Multitrack-Interfaces sinnvoll. ADAT-Expander erlauben Skalierung ohne großen Umbau. Clock-Synchronisation wird wichtig. Nutze Word Clock oder ein gemeinsames Master-Clock-Signal. Beobachte Latenz beim Monitoring der Musiker. Low-Latency-Treiber sind entscheidend. Verwende Kopfhörermixe für die Band, damit jeder Musiker ein eigenständiges Monitoring erhält.

Panel-Diskussionen und Interviews

Bei Panels sind Platzierung und Spill ein Thema. Dynamische Mikrofone sind oft robuster gegen Nebengeräusche. Ein kleines Mischpult mit individuellen Monitorwegen ist praktisch. Beachte die Kanalzuweisung im Mischpult, damit jeder Redner separat aufgezeichnet werden kann. Sorge für stabile Mikrofonständer und ausreichend lange XLR-Kabel. Im Nachgang erleichtert eine separate Spur pro Mikro das Entfernen von Störgeräuschen.

Livestream mit entfernten Gästen

Streams kombinieren lokale Mikrofone und Remote-Teilnehmer. Ein USB-Mixer mit Loopback-Funktion oder ein Interface mit Routing-Optionen hilft beim Zusammenführen von Lokalkanal und Spielinhalt. Achte auf Latenz zwischen Audio und Video. Teste die Puffergrößen und setze Monitoring so auf, dass Echo vermieden wird. Für entfernte Gäste ist die Verwendung von Headsets oft die einfachste Lösung, um Rückkopplung zu vermeiden.

Hybride Meetings und Konferenzen

Bei hybriden Events müssen lokale Mikrofone und Online-Teilnehmer sauber verbunden sein. Netzwerk-Audio-Protokolle wie Dante oder einfache USB-Audio-Interfaces können eingesetzt werden. Redundanz ist wichtig. Plane Backup-Aufnahmen auf einem portablen Recorder wie dem Zoom H6. Stelle sicher, dass du die Kanalzuweisung klar definierst. Kontrolliere, ob die Meeting-Software mehrere Eingänge unterstützt oder ob ein virtuelles Mischpult nötig ist.

In allen Fällen gilt: Gute Vorbereitung spart Zeit. Teste Treiber, Puffergrößen und Monitoring bevor das Event startet. Beschrifte Kanäle, prüfe Phantomspannung und kontrolliere Latenz. So erreichst du sauber getrennte Spuren und vermeidest technische Überraschungen beim Aufnehmen oder Streamen.

Häufige Fragen

Kann ich mehrere USB‑Mikrofone gleichzeitig an meinem Computer nutzen?

Mehrere USB‑Mikrofone erscheinen als einzelne Geräte im System. Viele DAWs akzeptieren aber nur ein einzelnes Audio‑Device gleichzeitig. Auf macOS kannst du ein Aggregate Device erstellen, um mehrere USB‑Geräte zu kombinieren. Unter Windows hilft ASIO4ALL manchmal, bringt aber oft Synchronitäts- und Latenzprobleme.

Warum sollte ich ein Audio‑Interface statt einzelner USB‑Mikros nutzen?

Ein Multi‑Input Audio‑Interface liefert mehrere XLR‑Eingänge und stabile Treiber. Das sorgt für niedrigere Latenz und konsistente Clock. Außerdem bietet es Phantomspannung und bessere Vorverstärker. Für Mehrspuraufnahmen ist es insgesamt zuverlässiger.

Brauche ich Phantomspannung für Kondensatormikrofone?

Kondensatormikrofone benötigen in der Regel +48V Phantomspannung. Prüfe, ob dein Interface oder Mixer diese Spannung für alle Kanäle liefert. Aktiviere Phantom nur, wenn ein Kondensatormikro angeschlossen ist. Achte bei Bändchenmikrofonen auf Herstellerhinweise, da diese empfindlicher reagieren können.

Wie löse ich Latenzprobleme beim Monitoring und Aufnehmen?

Reduziere die Puffergröße in den Treibereinstellungen, um Latenz zu verringern. Nutze soweit möglich Direct‑ oder Hardware‑Monitoring am Interface, um Echtzeitkontrolle zu erhalten. Wenn die CPU überlastet, erhöhe den Puffer wieder für Stabilität. Moderne Thunderbolt‑ oder USB‑C‑Interfaces bieten oft die beste Kombination aus niedriger Latenz und Stabilität.

Was sind Aggregate Devices und sind Treiberlösungen zuverlässig?

Ein Aggregate Device fasst mehrere Audio‑Geräte zu einem virtuellen Gerät zusammen. Auf macOS ist das in der Audio‑MIDI‑Konfiguration möglich. Unter Windows sind Drittanbieter wie ASIO4ALL eine Option, sie können aber Clock‑Drift und Dropouts verursachen. Für stabile Mehrspuraufnahmen ist ein einzelnes mehrkanaliges Interface oder eine ADAT/Word‑Clock‑Lösung die zuverlässigere Wahl.

Kauf-Checkliste vor dem Anschluss mehrerer Mikrofone

  • Anzahl der Kanäle: Überlege, wie viele Mikrofone du gleichzeitig brauchst. Plane etwas Kapazität ein für zukünftiges Wachstum.
  • Anschlussarten: Entscheide dich zwischen XLR für analoge Preamps und professionellen Klang und USB für einfache Plug-and-Play-Lösungen. XLR erlaubt bessere Vorverstärker, USB ist einfacher, aber bei mehreren Geräten oft begrenzt.
  • Phantomspannung: Prüfe, ob dein Interface oder Mixer +48V Phantomspannung für Kondensatormikrofone liefert. Achte darauf, dass Phantom auf allen benötigten Kanälen verfügbar ist.
  • Latenz und Treiber: Informiere dich über Treiberunterstützung und erwartbare Latenzwerte. Unter Windows ist ASIO wichtig, unter macOS sorgt Core Audio für Stabilität.
  • Monitoring und Kopfhörerausgänge: Prüfe, ob Direkt-Monitoring vorhanden ist und wie viele Kopfhörerausgänge du brauchst. Musiker benötigen oft individuelle Mixe, Podcaster ein echofreies Live-Monitoring.
  • Portabilität: Kläre, ob du mobil arbeiten willst oder ein stationäres Setup reicht. Portable Recorder wie der Zoom H6 oder kompakte Interfaces sind deutlich leichter zu transportieren.
  • Budget und Zukunftssicherheit: Lege ein realistisches Budget fest und plane Erweiterungsmöglichkeiten per ADAT oder zusätzlichem Mixer. Billige Lösungen sparen kurzfristig, hochwertige Interfaces sind länger nutzbar.
  • Kabel, Zubehör und Support: Denke an XLR-Kabel, Stative, Pop-Schutz und ausreichend lange Leitungen. Informiere dich über Treiber-Updates und den Hersteller-Support vor dem Kauf.

Schritt-für-Schritt: Mehrere Mikrofone an den Computer anschließen

  1. Planen, wie viele Kanäle du brauchst Bevor du etwas kaufst, notiere die Anzahl der Mikrofone und ob du später erweitern willst. So vermeidest du Unter- oder Überdimensionierung.
  2. Das passende Equipment wählen Entscheide dich für USB‑Mikros, ein Audio‑Interface, einen Mixer oder einen Recorder. Berücksichtige Phantomspannung, Vorverstärkerqualität und Anschlussarten wie XLR.
  3. Kabel und Zubehör vorbereiten Besorge hochwertige XLR‑Kabel in passender Länge sowie Stative und Pop‑Shields. Beschrifte Kabel und Kanäle, um Verwechslungen zu vermeiden.
  4. Sicherheitscheck für Phantomspannung Prüfe, ob deine Mikrofone Phantomspannung benötigen. Schalte Phantom erst ein, wenn alle Kabel korrekt verbunden sind. Verwende keine +48V bei älteren Bändchenmikrofonen ohne Schutzhinweis.
  5. Geräte anschließen und Stromversorgung prüfen Verbinde Mikrofone mit dem Interface oder Mixer via XLR. Schließe das Interface per USB oder Thunderbolt an den Computer an. Prüfe, ob das Interface eingeschaltet ist und vom Rechner erkannt wird.
  6. Treiber installieren und Geräteeinstellungen prüfen Installiere Hersteller‑Treiber oder Firmware. Unter Windows nutze ASIO‑Treiber für niedrige Latenz. Auf macOS überprüfe Core Audio Einstellungen. Setze Sample‑Rate und Bittiefe in beiden Geräten und der DAW gleich.
  7. Clock und Synchronisation einstellen Bei mehreren digitalen Geräten synchronisiere die Clock. Nutze Word Clock oder ADAT, falls verfügbar. Bei Aggregat‑Lösungen teste auf Drift.
  8. Gain‑Stufen einstellen Stelle die Gain‑Regler einzeln ein. Spreche oder spiele lauter und leiser, um Übersteuerung zu vermeiden. Ziel ist ein sauberer Signalpegel mit etwas Headroom.
  9. Monitoring konfigurieren Richte Direct‑Monitoring am Interface ein für latenzfreies Hören. Falls Musiker mehrere Mixes brauchen, erstelle individuelle Kopfhörermixe am Mixer oder Interface.
  10. DAW oder Streaming‑Software einrichten Lege in der DAW separate Eingangs‑Spuren an. Vergib klare Namen für jedes Mikrofon. Prüfe Routing in der Streaming‑Software und aktiviere Mehrspuraufnahme, wenn nötig.
  11. Puffergröße und Latenz optimieren Teste verschiedene Puffergrößen. Kleine Puffer reduzieren Latenz, erhöhen aber CPU‑Last. Erhöhe den Puffer nur bei Dropouts.
  12. Probelauf und Backup Führe einen vollständigen Probelauf durch. Prüfe Pegel, Monitoring und die Aufnahmen. Nimm zusätzlich auf einem portablen Recorder auf, wenn das Event wichtig ist.

Hinweis: Wenn du mehrere USB‑Geräte kombiniert nutzen willst, teste Aggregate Device (macOS) oder ASIO4ALL (Windows). Diese Lösungen können nützlich sein. Allerdings treten manchmal Sync‑ und Latenzprobleme auf. Für zuverlässige Mehrspuraufnahmen ist ein einzelnes mehrkanaliges Interface meist die bessere Wahl.