Wie vermeide ich Atemgeräusche bei der Nutzung meines Mikrofons?

Du kennst das sicher. Du sitzt nah am Mikrofon für einen Podcast oder Stream. Plötzlich sind die Aufnahmen voller Atemgeräusche. Das stört deine Hörer. Es nimmt dem Inhalt die Professionalität. Bei Voice-over-Aufnahmen bricht so schnell der Flow. In Online-Meetings gilt das gleiche. Selbst in guten Räumen können falsche Mikrofonposition und ungedämpfte Reflexionen Atemgeräusche lauter erscheinen als die Stimme selbst.

Dieser Ratgeber ist für Podcaster, Streamer, Voice-over-Sprecher und alle, die im Home-Studio oder in Meetings mit Mikrofon arbeiten. Du bekommst hier praxisnahe Lösungen. Keine Theorie ohne Nutzen. Ich zeige dir, wie du Atemgeräusche erkennst und warum sie entstehen. Du lernst einfache Regeln zur Mikrofonposition und zur Atemtechnik. Du bekommst konkrete Hardware-Tipps wie Poppschutz und geeignete Mikrofontypen. Außerdem erkläre ich grundlegende Software-Maßnahmen. Dazu gehören EQ, De-esser und Noise Gate.

Am Ende dieses Artikels kannst du Atemgeräusche deutlich reduzieren. Deine Aufnahmen werden klarer. Deine Zuhörer konzentrieren sich wieder auf den Inhalt. Die Tipps sind abgestimmt auf unterschiedliche Budgets. Du kannst viele Maßnahmen sofort umsetzen. Das spart Zeit bei der Nachbearbeitung und erzielt schneller professionelle Ergebnisse.

Technische und praktische Grundlagen

Woran Atemgeräusche technisch liegen

Atemgeräusche entstehen, wenn Luft über das Mikrofon strömt oder direkt auf die Kapsel trifft. Der Luftstrom erzeugt turbulente Geräusche. Diese sind breitbandig. Das heißt, sie enthalten Anteile von tiefen bis hohen Frequenzen. Oft sind die tiefen Anteile als leichtes Dröhnen wahrnehmbar. Höhere Anteile klingen scharf oder zischend. Plosive sind kurze, starke Luftstöße. Sie treten vor allem bei Konsonanten wie P und T auf. Solche Impulse können das Signal kurz übersteuern. Das macht sie besonders störend.

Mikrofontypen: Kondensator vs. dynamisch

Kondensatormikrofone sind empfindlicher. Sie nehmen auch leise Atemgeräusche auf. Sie haben meist einen größeren Frequenzumfang und feinere Details. Das ist gut für Stimme und Nuancen. Allerdings zeigen sie auch Unannehmlichkeiten wie Atmen deutlicher. Dynamische Mikrofone sind robuster und weniger empfindlich für entfernte, leise Geräusche. Sie eignen sich, wenn du viele Atemgeräusche vermeiden möchtest. Dynamische Mikrofone greifen oft weniger Raumgeräusche auf.

Richtcharakteristik und Abstand

Die Richtwirkung beeinflusst, wie Atemgeräusche ankommen. Niere (Cardioid) nimmt vor allem von vorne auf. Das hilft störende Geräusche von hinten zu unterdrücken. Superniere ist enger und reduziert seitliche Geräusche stärker. Kugel nimmt gleichmäßig aus allen Richtungen. Sie macht Atemgeräusche oft lauter. Abstand zum Mikro hat großen Einfluss. Nahaufnahme erhöht Bassanteile durch den sogenannten Proximity-Effekt. Das kann Atemstöße betonen. Mehr Abstand reduziert die Luftbewegung an der Kapsel. Gleichzeitig wird die Stimme leiser und Raumanteile werden hörbarer. Eine sinnvolle Balance ist wichtig.

Welche Rolle spielt die Raumakustik

Der Raum färbt das Signal. Harte Flächen reflektieren und machen leise Atemgeräusche hörbarer. Hall und Nachklang schwächen die Klarheit. Eine gedämpfte Umgebung macht kleine Atemgeräusche weniger stören. Du musst also nicht nur am Mikro arbeiten. Auch einfache Maßnahmen wie Decken, Vorhänge oder Schaumstoff können helfen. So werden Atemgeräusche in der Mischung leichter kontrollierbar.

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Minimierung von Atemgeräuschen

  1. Aufnahme prüfen

Mach eine kurze Testaufnahme in der gleichen Position und Lautstärke wie später. Höre mit Kopfhörern genau hin. Markiere Stellen mit auffälligen Atemgeräuschen. Das hilft dir zu entscheiden, ob du live vorbeugen oder nachbearbeiten musst.

  • Mikrofonwahl überdenken
  • Wenn du viele Atemgeräusche hast, nutze ein dynamisches Mikrofon. Dynamische Modelle nehmen weniger feine Luftgeräusche auf. Kondensatoren geben mehr Details wieder. Sie erfordern oft mehr Kontrolle bei Atmung und Raum. Wähle eine Richtcharakteristik wie Niere oder Superniere. Kugel nimmt Luft von allen Seiten auf und macht Atmen lauter.

  • Position und Winkel anpassen